Das Nutzungsexperiment

Habitatverbessernde Maßnahmen

Mithilfe unseres Nutzungsexperiments möchten wir eine geeignete Bewirtschaftungsform für Arnika-Standorte identifizieren, die sowohl den Erhalt der Bestände unterstützt als auch praktikabel und kostengünstig für die FlächennutzerInnen ist. Unser Feld-Experiment findet auf vier Flächen im Lahn-Dill-Kreis statt, deren Standortbedingungen denen vorhandener Arnika-Bestände ähneln.
Jede unserer Experimentflächen ist in vier Blöcke (8 m x 27 m) aufgeteilt, auf denen die unterschiedlichen Behandlungen getestet werden. Es wird vermutet, dass eine steigende Nährstoffkonzentration im Boden zu einem Verschwinden von Arnica montana führt, da diese unter nährstoffreichen Bedingungen nicht mehr konkurrenzfähig gegenüber anderen Arten ist. Höhere Nährstoffkonzentrationen können durch die Entnahme der Biomasse der Vegetation reduziert werden. Wir haben uns daher für die gängigen Bewirtschaftungstypen Mahd und Beweidung entschieden, welche im Versuch in zwei unterschiedlichen Stärken (ein- bzw. zweimal im Jahr) ausgeführt werden (Abbildung 1). Es ist außerdem bereits bekannt, dass Arnica montana eine Pflanzenart ist, die bei der Keimung und Etablierung der Keimlinge auf offene Bodenstellen angewiesen ist.  Deshalb wurden die einzelnen Blöcke in drei Bereiche aufgeteilt und sogenannten Erstpflegemaßnahmen unterzogen, die einmalig zu Beginn des Experiments durchgeführt wurden (Abbildung 2). Je ein Bereich wurde nicht behandelt (als Kontrolle, in der Skizze blau), ein Bereich ist vertikutiert worden (gelb) und die dritte Behandlung beinhaltete eine Grasnarben-Entfernung (rot).

Abbildung 1: Exemplarische Aufteilung der Nutzungstypen auf einer der vier Experimentflächen. Die Gesamtfläche jedes Experiments beträgt 16 m x 54 m.
Abbildung 2: Exemplarische Aufteilung der Bodenbehandlungen auf einer der vier Experimentflächen.

Neben der Untersuchung der Arnika-Pflanzen selbst zu Überlebens-, Keimungs- und Wachstumsrate sowie Blütenzahl, werden u. a. Artenzusammensetzungen und Bodeneigenschaften ermittelt, um ein umfassendes Bild der Umgebung zu erhalten. Die Ergebnisse dieses – auf sechs Versuchsjahre angelegten – Experiments sollen schlussendlich in konkrete Handlungsempfehlungen münden und FlächennutzernInnen und -besitzernInnen die Möglichkeit geben, auch ihre Flächen Arnika-freundlich zu gestalten und zu bewirtschaften.