Wer macht´s?

Prof. Dr. Ilona Leyer & Verena Lauströer

Hochschule Geisenheim

Mögliche Rückgangsursachen

Lebensraum und Umweltbedingungen von Arnika

Welche Faktoren sind für den Rückgang von Arnika in den Tieflagen Hessens verantwortlich? Beeinflussen diese Faktoren sich gegenseitig? Variieren sie in ihrer Wichtigkeit? Um diese Fragen zu beantworten, untersucht die Hochschule Geisenheim die Standorte von Arnika-Beständen unterschiedlicher Größe sowie Flächen, auf denen Arnika nachweislich innerhalb der letzten 15 Jahre verschwunden ist.
In der Literatur finden sich verschiedenste Hinweise und Theorien, die den Rückgang von Arnica montana zu erklären versuchen. Dazu zählen

  • ein wachsender Konkurrenzdruck im Zuge einer Nährstoffanreicherung,
  • ein Mangel an Möglichkeiten zur Keimung und Etablierung der Jungpflanzen aufgrund einer veränderten Landnutzung,
  • ein geringerer Austausch von Pollen, so dass keine neuen, nützlichen Eigenschaften zwischen Beständen ausgetauscht werden können, hervorgerufen durch die zunehmende Fragmentierung der Landschaft und damit einhergehende Isolierung der Bestände,
  • eine radikal reduzierte genetische Vielfalt, ausgelöst durch die Verkleinerung der Bestände.

All dies führt zu einer verringerten geschlechtlichen Fortpflanzung und zu einem schlechteren Wachstum, so dass die Bestände kleiner werden bzw. ganz verschwinden. Wissenschaftlich abgesichert sind diese Informationen allerdings noch nicht. Deshalb untersuchen wir unterschiedliche Faktoren, um die Auslöser des Rückgangs von Arnica montana identifizieren zu können. Hierbei konzentrieren wir uns auf die Eigenschaften der Standorte und die zugrundeliegenden ökologischen Prozesse. Die Untersuchungen beginnen bei der Charakterisierung der Fläche (z. B. Größe, Klima, Nutzung), beinhalten verschiedene Bodeneigenschaften (z. B. pH, Nährstoffkonzentrationen) und enden bei der Erfassung der Vegetation (z. B. Artenzusammensetzung, Moosbedeckung). Zusätzlich werden Messungen an den Arnika-Pflanzen selbst durchgeführt (z. B. Rosettenanzahl, Blütenanzahl, Nährstoffgehalte, Mykorrhizierung).